Der Pferdehuf - Aufbau und häufige Erkrankungen

Gesunde Hufe stellen beim Pferd im wahrsten Sinne des Wortes die Basis dar. Sie tragen das ganze Gewicht des Pferdes, und zeitweise sogar das des Reiters mit. Da Pferde ihre Nachtruhe häufig im Stehen verbringen, sind ihre Hufe auch im Schlaf gefordert. 

Das Sprichwort „No hoof no horse“ bringt auf den Punkt, welch zentrale Rolle die Hufgesundheit für Pferde spielt. Dabei wird klar, warum die Hufe Gegenstand einer jeden tierärztlichen Ankaufsuntersuchung sind. Krankheiten oder Schädigungen der Hufe schränken Gesundheit und Einsatzmöglichkeiten eines Pferdes erheblich ein, und zwar nicht nur im Sport, sondern auch im Freizeitbereich. 

Wenn du selbst schon einmal Hufprobleme bei deinem Pferd behandelt hast, weißt du, wie langwierig Heilungsprozesse an den Hufen sein können. Sie erfordern ausgesprochen viel Geduld und eine ganzheitliche Betrachtung des Zusammenspiels aus Haltung und Fütterung.

So ist der Huf deines Pferdes aufgebaut

Hufaufbau:

Die knöchernen Strukturen des Pferdehufs gliedern sich in Hufbein, Strahlbein und den unteren Teil des Kronbeins.

Die Unterhaut ist stellenweise verdickt, wo Bindegewebe als Polster fungiert (Strahlpolster, Kronpolster, Ballenpolster). 

Für das Wachstum des Hufhorns ist die Huflederhaut verantwortlich: Sie bildet regelmäßig neue Hornzellen und verfügt je nach Hufbereich über unterschiedliche Struktur, Funktion und Benennung:

Die äußeren Teile des Hufs werden unter dem Begriff „Hufkapsel“ zusammengefasst. Dazu gehören die umgebende Hufwand, die Hufsohle und der Hufstrahl. In der Hornkapsel durch eine besondere Lamellenstruktur aufgehängt, verbindet das Hufbein das Skelett des Pferdes mit dem Horn. Diese flexible Aufhängung ist für die Position des Hufbeins verantwortlich. 

Zusammen mit dem Strahlpolster bildet die Hufrolle eine Stoßdämpferfunktion. Strahlbein, Hufrollenschleimbeutel sowie der untere Teil der tiefen Beugesehne bilden die Hufrolle. 

Hufmechanismus:

Wer den Mechanismus des Pferdehufs versteht, weiß auch, warum Bewegung für Pferde essenziell ist: 

Beim Auffußen erhöht sich der Druck auf den Huf. Er weitet sich reaktiv unter dem Druck des Körpergewichts des Pferdes, besonders im Bereich der Trachten. Diese elastische Verformung wirkt wie ein Stoßdämpfer für die Gelenke. Zugleich führt sie zu einem Unterdruck in den Blutgefäßen im Inneren des Hufes. Im Augenblick des Abfußens vom Boden wird der Huf wieder enger und das Blut in den Gefäßen strömt wieder Richtung Körper. 

Die Pumpfunktion im gesunden Huf wird ausschließlich durch Bewegung aufrechterhalten. 

Schränkt ein unpassender Beschlag oder unsachgemäße Bearbeitung des Hufes seinen Mechanismus ein, kann er nicht entlastend arbeiten. Funktioniert die flexible Dehnung beim Auffußen nicht mehr, ist automatisch die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung des Hufes gestört.

Diese Hufkrankheiten solltest du kennen

Strahlfäule

Strahlfäule bezeichnet einen Zersetzungsprozess, der am mittleren Hufstrahl beginnt und sich auf die seitlichen Strahlfurchen ausbreiten kann. Unbehandelt greift die Fäulnis später auch Hufwand und Hufsohle an. Typisch für die fortschreitende Zersetzung des Strahls ist eine weiche, schmierige schwarze Masse, in die das Strahlhorn zerfällt, sowie ein sehr übler Geruch. 

Die lokale Behandlung erfolgt von einem fachkundigen Hufschmied und muss durch angepasste Hufpflege seitens des Pferdebesitzers in den folgenden Wochen unterstützt werden.

Ursache für Strahlfäule sind Bakterien, die sich im Pferdekot finden. Mangelnde Stallhygiene und unzureichend abgemistete Paddocks erhöhen das Risiko der Entstehung von Strahlfäule.  

Schwache Hufsohle 

Eine schwache Hufsohle macht sich insbesondere bei unbeschlagenen Pferden bemerkbar: Die Pferde sind fühlig, sie bewegen sich vorsichtig und zögerlich auf hartem oder steinigem Untergrund. Fühligkeit zeigen Pferde, indem sie im Gelände auf Wiesen oder Grasstreifen ausweichen und häufig stolpern. Eine zu dünne Hufsohle verursacht Schmerzen und kann zu Einblutungen und Entzündungen der Huflederhaut führen.

Hornspalten

Risse und Spalten im Hufhorn können durch Verletzungen oder Spannungen im Huf entstehen. Begünstigt wird das Entstehen sogenannter „Zusammenhangstrennungen“ durch mangelnde Hufqualität, fehlerhafte Bearbeitung oder Beschlag, aber auch durch Fehlstellungen des Hufs. Dadurch kommt es zu Überbelastungen einzelner Hufbereiche oder zu Spannungen im Innern des Hufs. Hornspalten können an unterschiedlichen Stellen auftreten und variieren sehr in ihrer Tiefe und Ausprägung. 

Während oberflächliche Risse meist harmlos sind, können tiefe Hufspalten zu Blutungen, Infektionen und Lahmheit führen. Wesentlich für die Wiederherstellung gesunder Hufe ist eine fachgerechte Behandlung und ein gutes Hufwachstum.

Hufkrebs

Auch wenn der Begriff „Hufkrebs“ an Tumorzellen erinnert, handelt es sich dabei nicht um eine Krebserkrankung im eigentlichen Sinne. Dahinter steckt eine chronische Entzündung der Huflederhaut, die eine Verhornungsstörung zur Folge hat. Epithelzellen, die ständig neu gebildet werden, sterben nicht ab (Verhornung), sondern bilden einen schmierigen, stinkenden Belag und verursachen mit der Zeit blumenkohlartige Wucherungen des Horns.

Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse ist Hufkrebs als ein Geschehen zu betrachten, das durch mehrere Faktoren ausgelöst wird. Manche Pferderassen, insbesondere Kaltblüter, neigen eher dazu, Hufkrebs zu entwickeln. Außerdem wird ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Einflüssen wie Haltungsbedingungen (Stallhygiene), Hufpflege und Fütterung vermutet. 

Hufrollenentzündung

Fälschlicherweise wird die Bezeichnung „Hufrolle“ oftmals als Synonym für eine Entzündung der Hufrolle verwendet. Viele Reiter sind sich gar nicht bewusst, dass der Begriff lediglich anatomische Strukturen am Pferdehuf beschreibt. 

Eine Entzündung der Hufrolle entsteht typischerweise an den Vordergliedmaßen. Ausgelöst durch extreme Belastungen kann es sowohl bei Sport- als auch bei Freizeitpferden zu einer Entzündung der natürlichen „Stoßdämpfer“ kommen. Als Ursachen kommen Überlastungen durch Training und Wettkämpfe in Frage, auf die besonders junge Pferde empfindlich reagieren. Aber auch unsachgemäßer Beschlag oder Bearbeitung der Hufe sowie Bewegungsmangel oder Defizite in der Nährstoffversorgung.

Wie du dein Pferd vor Hufproblemen schützen kannst

Der Huf ist ein sehr komplexes Gebilde, das dem Pferd nur treuen Dienst erweisen kann, wenn alle gröberen und feineren Strukturen des Hufes reibungslos miteinander funktionieren. 

Gute Durchblutung sicherstellen

Die Basis für einen gesunden Huf und damit auch die effektivste Prophylaxe bietet eine regelmäßige Durchblutung. Diese stellt sicher, dass Sauerstoff und Nährstoffe in den lebenden Bereich des Hufes gelangen. Eine unzureichende Durchblutung gefährdet bereits die Versorgung des Hufes mit lebenswichtigen Stoffen, wodurch er in Wachstum und Funktion eingeschränkt ist. 

Hufqualität positiv beeinflussen 

Zu einwandfreier Hornqualität und Durchblutung des Pferdehufs tragen bei: 

  • Täglich viel Bewegung
  • Gewissenhafte Stallhygiene (saubere, trockene Einstreu, abgemistete Paddocks)
  • Bedarfsgerechte Fütterung
  • Regelmäßige Überprüfung und Pflege der Hufe durch den Pferdebesitzer
  • Fachgerechte Hufbearbeitung oder Beschlag
  • Auf das Pferd abgestimmte Intervalle der Hufbearbeitung oder des Beschlags

Kenne die wichtigsten Hufnährstoffe, um dein Pferd gezielt zu füttern

Wesentlich für die Hufgesundheit des Pferdes ist seine Stoffwechsellage und die Versorgung mit Vitalstoffen. 

Stoffwechselsituation des Pferdes

Hufprobleme entstehen in vielen Fällen durch Störungen des Stoffwechsels. Deshalb ist die richtige Fütterung oftmals Teil der Therapie oder therapiebegleitenden Unterstützung. Umgekehrt können gestörtes Hornwachstum oder brüchige, rissige Hufe auf Mangelsituationen, Überversorgungen oder Stoffwechselentgleisungen hindeuten. Ist eine sachgemäße Bearbeitung der Hufe oder ordnungsgemäßer Beschlag sichergestellt, lohnt sich eine Blutanalyse durch den Tierarzt, um Stoffwechselerkrankungen auszuschließen oder frühzeitig zu erkennen. 

Bedarfsgerecht füttern

Sowohl Über- als auch Unterversorgungen an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen können sich negativ auswirken: So leiden zum Beispiel Elastizität, Festigkeit und Wachstum des Hufes unter Mangelsituationen oder bei massiven Überdosierungen. 

Entscheidend für den Erfolg individueller Fütterung und Futterergänzung ist die bedarfsgerechte Dosierung. Spurenelemente und Vitamine braucht der Organismus in bestimmten Mengen. Dabei ist zu berücksichtigen, welche Stoffe dem Pferd bereits aus dem Grund- und Kraftfutter zur Verfügung stehen. 

Schwefelhaltige Aminosäuren

Speziell für die Keratinbildung benötigt der Körper des Pferdes schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystein, wie sie in Leinsamen oder Algen natürlich vorhanden sind. Diese Bausteine sind maßgeblich für das Hornwachstum. 

Spurenelement Zink

Das Spurenelement Zink übernimmt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und für die normale Funktion der Entgiftungsorgane. Reicht die Zinkversorgung nicht aus, macht sich das häufig an der Hornqualität bemerkbar: Es kann zu verzögertem Wachstum und brüchigem Hufhorn kommen.

Biotin beschleunigt

Biotin gilt als „Hufvitamin“: Es fördert die Bildung von Keratin und ist maßgeblich am Hufwachstum beteiligt. Obwohl die Versorgung mit dem Vitamin meist sichergestellt ist, wirkt sich eine zusätzliche Gabe durchaus positiv auf die Hornbildung aus.

Unterstütze die Hufgesundheit deines Pferdes

Du möchtest die Hufqualität deines Pferdes verbessern? Mit der passenden Futterergänzung kannst du dein Pferd tatsächlich unterstützen: Ein gesundes Wachstum und stabile Qualität des Hufhorns beugen verschiedenen Erkrankungen der Hufe vor. Ist der Huf gesund und gut durchblutet, kann er sich vor Angriffen von außen selbst schützen. Mikroorganismen, Wettereinflüsse oder vorübergehend widrige Bodenverhältnisse können ihm weniger anhaben. 

Um deinem Pferd das Wachstum elastischen und festen Hufhorns zu erleichtern, wählst du ein Ergänzungsfutter mit effektiven Komponenten. Du hast in unserem Beitrag sicher gelesen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, zu erkennen, was dein Pferd im Augenblick braucht.

Aus diesem Grund wurde der HoofOptimizer entwickelt. Er beinhaltet die wichtigsten Nährstoffe um Huf und Horn zu unterstützen. Die Inhaltsstoffe unterstützen den Reparaturprozess im Horn und pflegen es von innen heraus.