7 Expertentipps, wie du schnell und einfach Magnesiummangel erkennst und sinnvoll dagegen vorgehst

Vorwort

Unser Ziel ist die Gesundheit und Vitalität unserer liebsten 4-Beiner. Viele Pferde leiden unter Magnesiummangel. Nachdem du diesen Ratgeber gelesen hast, wirst du die lebenswichtigen Aufgaben von Magnesium verstehen, einen Magnesiummangel erkennen und Tipps erhalten, wie du sinnvoll dagegen vorgehst. 

Bitte beachte, dass es sich hierbei um Informationen und Empfehlungen handelt. 

Bei akuten Notfällen sollte daher immer ein Tierarzt um Rat gefragt werden.

Warum ist eine ausreichende Magnesiumversorgung überhaupt so wichtig?

Magnesium ist mengenmäßig hinter Calcium der am zweithäufigsten im Körper des Pferdes vorkommende Mineralstoff. Der Körper kann Magnesium nicht selbst herstellen. Täglich müssen ca. 12 Gramm über das Futter zugefüttert werden um den Grundbedarf zu decken. Bei Pferden in extremen körperlichen Situationen wie zum Beispiel Trainingsphasen, Fellwechsel, Klimaveränderungen, Geburten oder Stresssituationen wie bei Transporten oder Turnieren steigt der Magnesiumbedarf nochmal zusätzlich drastisch an. 

Magnesium ist ein wahres Multitalent. Es sorgt zum einen dafür, dass gespeicherte Energie überhaupt freigegeben werden kann und fördert auch gleichzeitig die Verbrennung von den Makronährstoffen Kohlenhydrat, Fett und Protein. 

Des Weiteren ist Magnesium auch für die Elastizität der Knochen zuständig. 

Gespeichert wird Magnesium zu 60% im Knochen und zu 30% in der Muskulatur des Pferdes. Leidet das Pferd also an Magnesiummangel, baut der Organismus zuerst die Speicher ab, damit lebensnotwendige Organe wie das Herz oder der Darm mit genügend Magnesium versorgt sind und richtig funktionieren können. 

Langfristig leiden die Knochen stark an dem Magnesiummangel, das Skelett wird spröde und das Verletzungsrisiko steigt deutlich an.

Zusätzlich dazu spielt Magnesium neben Calcium auch im Muskel eine wichtige Rolle.

Durch Calcium kann der Muskel angespannt und durch Magnesium wieder entspannt werden. 

Fehlt dem Pferd also Magnesium können die Muskeln zwar angespannt aber nicht mehr abgespannt werden. Verhärtete Muskulatur und Krämpfe können die Folge sein. 

Auch das Herz und der Darm bestehen zu einem Großteil aus Muskeln. Durch das fehlende Abspannen können so auch Herzrhythmusstörungen oder unerwartet Koliken entstehen. 

Des Weiteren ist Magnesium auch beim Aufbau von Muskelzellen beteiligt. Fehlt dem Körper also Magnesium, können so auch keine neue Muskelzellen gebildet werden.

Da Magnesium in Knochen und Muskeln gespeichert wird, ist der Magnesiummangel im Blutbild in der Regel erst sichtbar, wenn alle Speicher aufgebraucht sind und ein enormer Magnesiummangel vorliegt.

Symptome eines Magnesiummangels

Einen Magnesiummangel zu erkennen, ist selbst für Experten nicht immer einfach. Da der Mineralstoff, wie vorher beschreiben, so viele verschiedene Aufgaben hat, können auch die Symptome völlig unterschiedlich sein. Im Folgenden werden wir auf die häufigsten Merkmale eingehen, an denen man einen möglichen Magnesiummangel erkennt.

Nervosität und Angespanntheit

Dein Pferd ist in seinem gewohnten Umfeld sehr angespannt und nervös? Es erschreckt sich schnell oder ist es sehr ängstlich? Dann können dies Anzeichen eines Magnesiummangels sein.
Magnesium ist unter anderem für die Funktion der Enzyme im Nervengewebe des Pferdes mitverantwortlich und kann somit eine Weiterleitung von Überreizungen verhindern. 

Schlechte Verdauung

Da der Darm, wie bereits erwähnt, aus einer Vielzahl an Muskelschichten besteht, kann er bei einem Mangel nicht optimal arbeiten. 

Zusätzlich können zugefütterten Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden und ein Mangel an weiteren Vitalstoffen entsteht. Sichtbar wird der Mangel hier häufig an kleinen, sehr dunklen und harten Äppeln. 

Verspannte Muskulatur und Muskelkrämpfe

Durch das, durch den Magnesiummangel ausgelöste, ausbleibende Abspannen der Muskeln, könne diese nicht entspannen und verkrampfen. Ein verspanntes und meist auch schiefes Pferd sind die Folge.

Kreislauf- und Herzrhythmusbeschwerden

Da das Herz ebenfalls ein Muskel ist, sorgt Magnesium dafür, dass es rhythmisch schlägt. Ein Mangel an Magnesium kann somit auch Herzrhythmusstörungen verursachen, die sich dann in Kreislaufprobleme bemerkbar machen.

Hautproblematiken

Viele Pferde mit Magnesiummangel reagieren außerdem empfindlich beim Berühren der Haut und empfinden dies als unangenehm. Auch Durchblutungsstörungen, die durch einen Mangel an Magnesium hervorgerufen werden, können sich in der Hautdurchblutung zeigen. 

Dies ist auch der Grund, warum viele Ekzemer unter Zink- und Magnesiummangel leiden.

Magenkrämpfe und Koliken

Durch die nicht mehr abspannende Darmmuskulatur kann diese verkrampfen und die Verdauung hemmen. Dies kann zu unerwarteten Koliken führen.

Arbeitsunlust, Mattigkeit, angelaufene Beine und Schweratmigkeit

Durch den Magnesiummangel kann die gespeicherte Energie nicht mehr freigesetzt werden. Das Pferd fühlt sich schlapp und müde. Es ist unkonzentriert und schreckhaft 

Möglichkeiten den Magnesiummangel auszugleichen

Ein Magnesiummangel liegt vor, wenn das zugefütterte Magnesium unter dem Bedarf des Pferdes liegt. 

Kurzfristiger Mangel kann durch den Abbau der Speicher ausgeglichen werden. Ein langfristiger Mangel sollte allerdings vermieden werden, da der Magnesiumspeicher nur schwer wieder gefüllt werden kann und der Speichervorrat aufgebraucht wird. 

Wichtig ist die Ernährung, worüber das Magnesium aufgenommen wird, zu optimieren. Erinnern wir uns nochmal an den täglichen Grundbedarf an Magnesium von ca. 12 Gramm pro Tag. 

Heu mit heutzutage durchschnittlicher Qualität, besitzt 0,8 Gramm/kg. Bei 9 kg Heu pro Tag entspricht das einer Magnesiumzufuhr von 7,2 Gramm. 

Hafer besitzt 1,3g/kg, Mais und Stroh 1,2g/kg. Weitere sehr gute Magnesiumquellen sind Leinsamen und Weizenkleie mit 4-5g/kg. 

Wichtig ist hier zu wissen, dass durch den Transport durch den Organismus, nicht alles des beinhalteten Magnesiums im Pferdekörper aufgenommen werden kann.

In vielen Fällen kann auch die Zufütterung eines speziellen Ergänzungsfuttermittels durchaus Sinn machen, um gerade in Phasen des erhöhten Magnesiumbedarfes (Stress, Belastung etc.), den Magnesiumbedarf ausreichend zu decken.

Hierbei ist zu beachten, dass Magnesium, zur verbesserten Aufnahme im Organismus, immer zusammen mit Calcium gefüttert werden sollte. Das Verhältnis von Calcium zu Magnesium sollte hierbei maximal 3:1 sein. 

Bei den meisten Pferden ist der Magnesiummangel psychisch erkennbar. Daher sind in guten Ergänzungen neben Calcium auch Vitamin B12 und L-Tryptophan enthalten. 

L-Tryptophan ist der Botenstoff von Senatorin, dem Glückshormon. Zusammen mit B12 unterstützen sie das Nervensystem. 

Falls ein Magnesiummangel vorliegt erkennt man eine Verbesserung oftmals schon nach wenigen Tagen. Die Pferde sind besser zu reiten, konzentrierter und wesentlich entspannter.

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