Was du über Spat beim Pferd wissen solltest

Als Spat wird eine entzündliche Erkrankung des Sprunggelenks beim Pferd bezeichnet. Spat verläuft in Schüben und ist nicht heilbar. 

Zu Beginn bleibt die Krankheit oftmals unbemerkt, da deutliche Symptome wie Lahmheiten nur im akuten Schub zu sehen sind. Viele Pferdebesitzer haben Sorge, dass ihr Pferd mit dieser Diagnose nicht mehr reitbar ist. Als Reiter und Besitzer eines an Spat erkrankten Pferdes solltest du wissen, dass die im Gelenk stattfindenden Prozesse sehr schmerzhaft sind. Wenn du dein Pferd aufmerksam beobachtest, kannst du mit etwas Übung recht zuverlässig erkennen, wann und wie du mit deinem Pferd arbeiten kannst. Wenn du die Grenzen, die der Spat setzt, akzeptierst, kannst du mit deinem Pferd dennoch die gemeinsame Zeit genießen. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell und es lässt sich nicht pauschal sagen, wie sich ein Pferd noch einsetzen lässt. Tatsächlich können aber auch Pferde mit Spat häufig noch bedingt geritten werden. Wichtig ist, Schmerzanzeichen zu jedem Zeitpunkt ernst zu nehmen und einen rücksichtsvollen Umgang zu pflegen. 

Das passiert bei Spat im Körper deines Pferdes

Als eine Form der Arthrose gehört Spat zu den degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates, speziell des Sprunggelenks. Entzündungen der straffen (weniger beweglichen) kleinen Gelenke im Sprunggelenk können sowohl auf den Knochen als auch auf die Knochenhaut übergehen. In manchen Fällen ist auch die Spatsehne oder der Schleimbeutel betroffen. Durch die wiederkehrenden Entzündungen wird ein dauerhafter Verknöcherungsprozess angeregt. Ist der Gelenkspalt dadurch vollständig geschlossen, ist das Pferd wieder schmerzfrei. 

Spat wird meist in Verbindung gebracht mit einem höheren Lebensalter des Pferdes. Aber auch junge Pferde sind betroffen. Mögliche Ursachen oder begünstigende Faktoren sind: 

  • Verletzungen
  • Überbeanspruchung
  • Fehlstellungen
  • Falsches Training
  • Nährstoffmangel
  • Fütterungsfehler in Fohlenzeit und Wachstumsphasen

Erste Hinweise kann die Beugeprobe im Rahmen einer tierärztlichen Untersuchung liefern. Aber auch eine positive Beugeprobe kann andere Ursachen haben. Die Lahmheit muss nicht zwingend aus einer Entzündung im Sprunggelenk herrühren. Für Spat typische Veränderungen im Gelenk können durch Röntgenaufnahmen gesichert werden. 

Diese Anzeichen kann dein Pferd bei Spat zeigen

Spat wird häufig spät erkannt

Es ist oftmals gar nicht so einfach, Spat beim Pferd früh zu erkennen: Der schubweise Krankheitsverlauf bringt beschwerdefreie Phasen mit sich, die Symptome flachen ab oder verschwinden zwischenzeitlich ganz. Die Anzeichen sind nicht bei jedem Pferd gleich und hängen in ihrer Ausprägung auch von der Tagesform ab. Besonders das starke Beugen des Sprunggelenks bereitet Pferden Schmerzen und es kommt zu Schonhaltungen und Verspannungen. 

Auf Spat hindeuten kann:

  • Zehenschleifen
  • Bewegungsunlust
  • Unwilligkeit in engen Wendungen
  • Probleme beim Laufen auf hartem Boden
  • Vermeiden oder Verweigern vor Sprüngen
  • Verkürzte Tritte
  • Fester Rücken und klemmiger Trab
  • Verspannungen im Rücken
  • Schiefes Becken
  • Lahmheit
  • Abwehrverhalten oder Unwilligkeit beim Hufschmied

Im späteren sowie im akuten Stadium der degenerativen Erkrankung kann es zu Wärmeentwicklung und Schwellung am Gelenk kommen. Grundsätzlich tut eine milde, warme Außentemperatur betroffenen Pferden gut, im Winter verschlimmern sich die Beschwerden meist.

So kannst du deinem Pferd ein Leben mit Spat erleichtern

Ruhige Bewegung

Pferde, die an Spat erkrankt sind, brauchen ein soziales Umfeld, in dem sie sich ruhig bewegen können. Plötzliche Wendungen oder ruckartige Bewegungen aufgrund von Rangordnungskämpfen oder spielerischen Rangeleien verursachen ständige Drehungen im Gelenk. Während ein hohes Maß an leichter Bewegung im Schritt diesen Pferden guttut, wirkt sich eine große Herde mit Unruhe und viel Dynamik ungünstig aus.

Genügend Zeit fürs Warm-up 

Im Training sind ausgedehntes Aufwärmen und lange Schrittphasen wichtig, enge Wendungen, Sprünge oder versammelnde Arbeit sind dagegen zu vermeiden.

Qualifizierte Arbeit am Huf

Fachgerechter Beschlag oder Hufbearbeitung sollten für jedes Pferd selbstverständlich sein, für Pferde mit Spat ist die Bedeutung immens. Schon kleine Veränderungen der Hufstellung verändern, wie Kräfte auf Knochen und Gelenke wirken. Mit einem speziellen, individuell angepassten Spatbeschlag kann der Hufschmied dem Pferd Erleichterung verschaffen.

Haltung anpassen

Die Haltungsbedingungen sind nochmal genau unter die Lupe zu nehmen und vor dem Hintergrund der Erkrankung zu betrachten: Ein von Spat betroffenes Pferd braucht die Möglichkeit, sich viel in entspannter Bewegung zu halten, aber auch ausreichend Ruheplätze, auf denen es nicht gestört oder weggejagt wird.

Physiotherapeutische Unterstützung

Eine Pferde-Physiotherapie kann helfen, mit gezielten Übungen systematisch die Muskulatur zu stärken, ohne Überbelastungen zu provozieren. Zugleich können dabei Verspannungen gelöst werden und das Pferd findet leichter aus einer Fehlhaltung heraus. 

Tierärztliche Betreuung

Wichtig ist die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, der sowohl langfristig den Verlauf beobachtet als auch im Akutfall Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen bereithält. Er kann einschätzen, ob spezielle Therapien gegen Spat sinnvoll sein könnten.

Wie du Spat vorbeugen kannst

Nicht alle Auslöser für Spat lassen sich vermeiden. Um das Risiko gering zu halten, lässt sich einiges tun:

Hufqualität

Gesunde Hufe und eine sorgfältige Pflege und Bearbeitung stellen die Basis für einen funktionierenden Bewegungsablauf dar. Wer schon im Fohlenalter darauf achtet, dass die Hufe mit Bedacht bearbeitet werden, reduziert das Risiko von Fehlstellungen und kann ihnen gegebenenfalls frühzeitig entgegenwirken.

Viel Schritt

Langsames und ausgedehntes Aufwärmen im Schritt schont die Gelenke und ist ganz besonders wichtig in der kalten Jahreszeit. 

Korrekt trainieren

Für jeden Reiter gibt die „Skala der Ausbildung“ den roten Faden seiner Trainingsziele vor. Sie gilt disziplinübergreifend, ob unter dem Sattel oder am Langzügel, im Turniersport oder im Gelände: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung sind in dieser Reihenfolge mit dem Pferd zu erarbeiten. Eine saubere und gründliche Arbeit an den Grundlagen zahlt sich immer aus, denn nur korrekte Gymnastizierung schützt das Pferd vor Überbeanspruchung und vorzeitigem Verschleiß. 

Hohe Belastungen vermeiden

Ein gutes Mittel zur Vorbeugung besteht darin, hohe Belastungen der Gelenke zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem abrupte Bewegungen und sehr enge Wendungen. 

Fütterung prüfen

Artgerechte Fütterung sowie eine zuverlässige und bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr sind maßgeblich: Mangel an Mineralstoffen oder falsche Fütterung – insbesondere während Aufzucht und Wachstum – können die Entstehung von Spat begünstigen. 

Unterstütze dein Pferd durch angepasste Fütterung

Wenn du dein Pferd durch die Fütterung unterstützen möchtest, besser mit Spat zu leben, oder gerne etwas vorbeugen willst, kannst du deine bestehende Fütterung einfach ergänzen. Es gibt verschiedene Futterzusätze, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen oder einen positiven Einfluss auf den Gelenkstoffwechsel haben. 

Ein empfehlenswertes Produkt aus unserem Sortiment ist das Devil´s Claw. Teufelskralle ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt und fördert den Stoffwechsel im Gelenk. Gerade bei Pferden mit Arthrose wird gerne Teufelskralle gefüttert und verzeichnet oftmals eine gute Schmerzlinderung.